Community-Management im Crowdfunding

AH3Begeisterung sichtbar machen!

Nicht das Projekt selbst, sondern die Überzeugungskraft der Unterstützer macht Crowdfunding-Kampagnen erfolgreich und unverwechselbar. Die Kommunikation mit und durch Fans entscheidet über das Gelingen.

Corporate Grassroots Management hilft, Crowdfunding-Projekte professionell zu begleiten. Der aus den USA stammende Ansatz für Unternehmenskommunikation und Mobilisierung bietet Struktur für den herzlichen Umgang mit der Fanbasis einer Organisation. Denn erst das Engagement der Fans verleiht dem Projekt Relevanz.

Kernprozess Corporate Grassroots für Crowdfunding-Projekte

Die kommunikativen Aufgaben beim Crowdfunding sind durch den Kernprozess im Corporate Grassroots Management gut zu strukturieren. Da arbeiten wir immer mit diesem Modell aus acht Schritten:

  1. Sinn, Zweck, Nutzen und Werte des Projekts anschlussfähig, transparent und aktivierend auf den Punkt bringen.
  2. Fans finden und begeistern.
  3. Fans mobilisieren und das Projekt mit ihrer Hilfe bekannter machen.
  4. Offene Kanäle und Ziele für Begeisterung, eigenverantwortliche Initiativen, Feedback und Fragen der Fans schaffen.
  5. Den Schritt vom Fan zum echten Supporter des Projekts unterstützen.
  6. Teilerfolge, Kuriositäten, Ideen und das Endergebnis fröhlich feiern.
  7. Die Energie der Unterstützer dann konsequent auch in der Umsetzung des Projektes schätzen und nutzen – und nicht mit Erreichen des Fundingziels bremsen.

Fan-Management im Crowdfunding bedeutet zuallererst: Vorhandene Begeisterung sichtbar machen und dann genau dieser Begeisterung Raum und Futter geben und sich jeden Tag neu überraschen lassen. Denn für jedes Projekt gibt es wahre Fans. Man muss sie nur finden und wirklich gut behandeln. Das bedeutet: Nicht wie Kunden, deren Geld man will, sondern wie Liebhaber, die freiwillig ihre Gefühle teilen. Natürlich ist ein Geldbeitrag eine sehr konkrete Form der Unterstützung und Ausdruck von Überzeugung. Doch viele Fans sind bereit, mehr für das Projekt zu tun. „Supporters not customers“ – dieser Spruch auf dem Banner von Fußballfans macht die Gefühlsgrundlage von leidenschaftlichem Engagement deutlich.

Wie funktioniert das im Crowdfunding? Mit dem Projekt „AUGENHÖHE – Film und Dialog“ für eine neue Arbeitswelt ist das gut gelungen. 52 289,50 Euro kamen auf der Plattform Startnext zusammen. (Das durchschnittlich erreichte Fundingziel auf Startnext liegt bei etwa 5600 Euro.)

Die Mobilisierung für „AUGENHÖHE“ lief in verschiedenen Phasen.

  1. Die Projektbeschreibung

Sinn und Nutzen erklären sich auch potentiellen Unterstützern nicht von selbst. Vertrauen muss gerechtfertigt werden. Der Text soll inhaltlich anschlussfähig und verständlich sein, klar strukturiert und persönlich. Hier helfen Methoden aus dem Storytelling oder das Corporate Grassroots „Powerstatement“. Ein guter Text kombiniert mit einem dazu passenden emotionalen Video macht die Botschaft klar.

  1. Die Start- und Fanphase

Fans finden und halten: Bei „AUGENHÖHE“ sind Facebook und Twitter aber auch viele persönliche Begegnungen der Ort dafür. Der Twitter-Hashtag #augenhoehefilm und eine offene Facebookgruppe bieten Fans eine Plattform für eigene Gedanken und Initiativen. Regelmäßige Newsletter (Achtung: Adressenlisten führen!), Videos, Aktionen, Spiele verstärken die Bindung.

Fans mobilisieren und das Projekt bekannter machen: „Involve supporters in your business“ ist die Grundaufgabe von Corporate Grassroots Management. Das geht weit über die übliche Social Media Präsenz hinaus. Fans freuen sich, wenn sie wie gute Freunde gefragt werden: Was findet Ihr gut an uns? Was sind Eure Geschichten? Wie soll es weitergehen? Was würdet Ihr für uns tun? Und wen kennt Ihr noch, den das interessiert? Wenn Fans aktiv werden, gibt es keine Zensur oder Selektion. Alles, was von Herzen kommt, ist gut! Je mehr Selbstorganisation und Eigenverantwortung, desto besser.

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  1. Die Funding-Phase

Jetzt gilt es! Reicht die Begeisterung aus? Werden aus jenen, die sagen „Ich finde das gut“, auch Menschen, die sagen „Dafür gebe ich mein Geld“? Die Anzeige der Fanzahl auf der Crowdfunding-Plattform sagt nichts darüber aus, wie viele davon auch in ihre Taschen greifen. Das Geld sollte aber nicht im Fokus der Kommunikation liegen. Konsequentes Grassroots-Denken stellt nach wie vor den Sinn des Projekts, seinen Nutzen und die gemeinsame Begeisterung dafür ins Zentrum der Aktivität. Die zentralen Fragen in dieser Phase: Wie und wo wird das Engagement der Unterstützer für andere sichtbar? Wie wird die Transformation vom „Fan“ zum „Supporter“ optimal begleitet und gewürdigt? Was können überzeugte Fans tun, um dem Projekt zu Geld zu verhelfen – abgesehen von der eigenen Spende? Je mehr Menschen sich an den Crowdfunding-Anstrengungen beteiligen, desto höhere steigen die Erfolgschancen.

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  1. Ziel erreicht – Follow up

Gemeinsam freuen, feiern und das Engagement der Fans in Social Media, Newslettern und auch leibhaftig zu würdigen ist eine Selbstverständlichkeit. Doch die Freundschaft will gepflegt sein. Was können all die Fans weiter für das Projekt tun? Bei „AUGENHÖHE“ ist das Follow up von Beginn mit eingeplant: Unterstützer können eigenverantwortlich Vorführungen des Films organisieren und erhalten dafür Unterstützung. Sie können auch untereinander ihre Erfahrungen austauschen und sich bei den Veranstaltungen gegenseitig helfen.

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Mit dem fertigen Film beginnt die nächste Corporate Grassroots Kampagne – jetzt mit einer neuen, größeren Fanbasis unter den Füßen.

Fragen, Feedback, Interesse? Bitte eine Mail an Karin Volbracht

 

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